Was Passiert Wenn Man Den Schlüssel Von Der Arbeit Verliert?

Was Passiert Wenn Man Den Schlüssel Von Der Arbeit Verliert
Schlüssel des Arbeitgebers verloren – Betrifft der Schlüsselverlust auch die Arbeitsstelle , kann es für den Betroffenen teuer werden, insbesondere, wenn es an der Arbeitsstelle eine große, komplexe Schließanlage gibt. Denn wenn ein Arbeitnehmer den ihm anvertrauten Schlüssel verliert, kann der Arbeitgeber Schadensersatz verlangen. In jedem Fall sollten Arbeitnehmer, die Arbeitsschlüssel haben und bei sich tragen, unbedingt bei ihrer Privat­haftpflicht nachfragen, inwieweit Arbeitsschlüssel mit versichert sind. Bei einigen Berufen ist der Verlust eines Schlüssels auch durch eine spezielle Schlüssel­versicherung möglich oder über den Arbeitgeber abgesichert. Der Verlust von Schlüsseln für Schulgebäude durch Lehrer ist über deren Amts­haftpflicht versichert. Selbständige können sich mit einer Berufs­haftpflicht­versicherung dagegen versichern, Schlüssel eines Auftraggebers zu verlieren.

Wer zahlt bei Schlüsselverlust Arbeitnehmer?

Mit dem Dienstschlüssel ist es so eine Sache. Einerseits ist dessen Besitz für viele Arbeitnehmer unerlässlich, da sie sich damit Zutritt zu den Geschäftsräumen des Arbeitgebers verschaffen können müssen, um ihrer Arbeit nachzugehen. Andererseits birgt der Besitz dieses Schlüssels auch das Risiko, dass der Schlüssel vielleicht einmal verloren geht.

Handelt es sich bei diesem Schlüssel auch noch um einen Generalschlüssel, ist dessen Verlust für den Arbeitgeber in der Regel mit hohen Kosten verbunden, da er im Zweifel die komplette Schließanlage auswechseln will bzw.

muss. Die Sorge vieler Arbeitnehmer, dass der Arbeitgeber die dadurch entstehenden Kosten von ihm erstattet haben möchte, sind nicht unbegründet, wie ein aktueller Fall des LArbG Rostock 1 zeigt. In diesem Fall war der beklagten Arbeitnehmerin ein ihr überlassener Generalschlüssel gestohlen worden.

Den Schlüssel hatte sie nach ihrer Arbeit am Abend in ihrem Pkw, einem VW Caddy, zurückgelassen, den sie abgeschlossen in dem Carport auf ihrem Privatgrundstück abstellte. Obwohl das Grundstück durch eine elektrische Schiebetür gesichert war, ist es Dieben dennoch gelungen, den Pkw mit dem sich darin befindlichen Schlüssel zu stehlen.

Die Arbeitgeberin ließ daraufhin ihre Schließanlage (250 Schließanlagezylinder samt entsprechenden Schlüsseln) auswechseln. Von dem hierdurch entstandenen Schaden i. 726,46 Euro übernahm der Versicherer der Arbeitgeberin nur die Kosten bis zu einer Haftungssumme von 3.

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000 Euro. Die Arbeitgeberin verlangte daher den Differenzbetrag i. 726,64 Euro von der Arbeitnehmerin im Klageweg zurück. Ihren Anspruch gründete die Arbeitgeberin auf den Umstand, dass sie der Arbeitnehmerin mitgeteilt habe, dass es sich um einen Generalschlüssel handele und dass sie im Falle des Verlusts haftbar sei.

Den Schlüssel über Nacht im Pkw zu belassen, stelle einen Sorgfaltsverstoß dar, wobei erschwerend hinzutrete, dass sich auch Bauunterlagen der Arbeitgeberin mit im Kfz befunden hätten, die es Dritten ermöglichen würden, den Generalschlüssel der Arbeitgeberin zuzuordnen.

  • Um Diebstahlschäden vorzubeugen, habe sich die Arbeitgeberin veranlasst gesehen, die Gesamtschließanlage auszutauschen;
  • Die Arbeitnehmerin berief sich darauf, dass sie nicht damit habe rechnen müssen, dass ihr Pkw von ihrem verschlossenen Privatgrundstück gestohlen werde, zumal es in ihrem Heimatort in den letzten 25 Jahren weder zu Kfz-Diebstählen von den Wohnungsgrundstücken noch zu Wohnungseinbruchdiebstählen gekommen sei;

Die Frage, die sich sowohl dem Arbeitsgericht als auch dem Landesarbeitsgericht stellte, war, wie weit die Haftung der Arbeitnehmerin in Fällen wie dem vorliegenden reicht. Das LArbG Rostock ging von einem Schadensereignis im Zusammenhang mit einer betrieblichen Tätigkeit aus.

Die Schadensverteilung richte sich nach dem Grad des Verschuldens und gestalte sich wie folgt: In der Regel habe der Arbeitnehmer bei Vorsatz bzw. grober Fahrlässigkeit den Schaden alleine zu tragen. Bei leichter Fahrlässigkeit trage der Arbeitgeber den Schaden in voller Höhe.

Bei mittlerer Fahrlässigkeit sei der Schaden unter Berücksichtigung aller Umstände quotal zu verteilen. 2 Im vorliegenden Fall ging das LArbG Rostock von einem Fall der leichten Fahrlässigkeit aus und verneinte somit eine Haftung der beklagten Arbeitnehmerin.

Grobe Fahrlässigkeit liege nämlich nur dann vor, wenn der Arbeitnehmer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt nach den gesamten Umständen in einem ungewöhnlich hohen Grad verletzt und dasjenige unbeachtet gelassen habe, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen.

3 Ein Hinweis auf eine solche grobe Fahrlässigkeit war im vorliegenden Fall nicht ersichtlich. Alleine die Tatsache, dass es sich um einen „wertvollen Schlüssel” gehandelt habe, machte das Handeln der Arbeitnehmerin noch nicht grob fahrlässig. Zudem war das Kfz, das nach Ansicht des Landesarbeitsgerichts weder besonders noch besonders hochpreisig war, durch ein elektrisches Schiebetor gegen Diebstahl gesichert.

  • Die Beklagte musste daher nicht mit einem derartigen Geschehensablauf rechnen, zumal – auch dies führte das Landesarbeitsgericht als ein zugunsten der Arbeitnehmerin sprechendes Argument an – war vorher im Wohnort der Arbeitnehmerin noch nie etwas Vergleichbares vorgefallen;
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Auch mittlere Fahrlässigkeit, die zur Teilung des Anspruchs hätte führen können, lag nach Ansicht des Landesarbeitsgerichts nicht vor. Von mittlerer Fahrlässigkeit sei auszugehen, wenn der Arbeitnehmer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen habe, der rechtlich missbilligte Erfolg bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt voraussehbar und vermeidbar gewesen wäre.

4 Selbst wenn die Arbeitnehmerin vorliegend gewusst hätte, dass es sich bei dem Schlüssel und einen Generalschlüssel handelte, wäre für sie der Diebstahl des Kfz immer noch nicht vorhersehbar gewesen. Aufgrund des Vorliegens einer nur leichten Fahrlässigkeit der Arbeitnehmerin war ein Anspruch der Arbeitgeberin zu verneinen.

Dass Arbeitnehmer einen Dienstschlüssel, möglicherweise auch einen Generalschlüssel, besitzen müssen, kommt immer wieder vor und manchen Arbeitnehmern ist dies angesichts des damit verbundenen Risikos nicht recht, jedoch vielfach unumgänglich. Arbeitgeber sollten sich anhand des Urteils des LArbG Rostock 5 vor Augen führen, dass mit dem Verlust des sich im Besitz des Arbeitnehmers befindlichen Generalschlüssels nicht automatisch ein Anspruch gegen den möglicherweise fahrlässig handelnden Arbeitnehmer entsteht.

Denn gerade auch bei der Beurteilung der Frage, welcher Grad der Fahrlässigkeit im Schadensfall vorliegt, besteht oftmals Uneinigkeit. Fußnoten 1) LArbG Rostock, Urt. 12. 04. 2018 – 4 Sa 208/17. 2) Preis in: ErfKomm, 18.

Schlüssel verloren | wer zahlt den Verlust? | Schlüssel in der privaten Haftpflichtversicherung |

Aufl. 2018, § 619a BGB Rn. 13. 3) Preis in: ErfKomm, § 619a Rn. 15 m. 4) Preis in: ErfKomm, § 619a Rn. 16. 5) LArbG Rostock, Urt. 12. 04. 2018 – 4 Sa 208/17.

Wer haftet für dienstschlüssel?

Veröffentlicht am 8. Februar 2016 Wenn man die eigenen Schlüssel verliert, ist das schon ärgerlich und teuer. Doch war am Schlüsselbund auch noch der Dienstschlüssel , kommen auf Arbeitnehmer hohe Kosten zu. Sie sind gegenüber ihrem Arbeitgeber schadensersatzpflichtig , so ZDF WISO.

  • Wenn dieser die Schließanlage komplett austauschen muss, summieren sich die Kosten durch den Schlüsselverlust schnell auf mehrere tausend Euro;
  • Je aufwendiger dabei die Türsicherung, desto teurer wird es;
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Glücklich schätzen können sich allerdings Arbeitnehmer, die sich mit einer privaten Haftpflichtversicherung abgesichert haben. Diese kommt häufig für den entstandenen Schaden auf. Tipp: Nicht jede Haftpflichtversicherung deckt den Verlust des Dienstschlüssels ab.

Ist Schlüsselverlust versichert?

Haben Sie einen Wohnungs- oder Hausschlüssel verloren, der nicht Ihnen gehört, greift Ihre private Haftpflichtversicherung. Handelt es sich zum Beispiel um den Ersatzschlüssel zur Wohnung eines Freundes oder Nachbarn, sollten Sie den Besitzer umgehend über den Verlust informieren und das weitere Vorgehen besprechen.

Was kostet es wenn man seinen Schlüssel verloren hat?

Ersatzschlüssel – Wie hoch die Kosten für einen Ersatzschlüssel werden können, wenn ein Schlüssel verloren wurde, hängt von der Art des Schlüssels oder der Schließanlage ab. Bei Standardschlüssel liegen der Preis für einen angefertigten Schlüssel in etwa bei 10 bis 20 Euro.

Warum Diensthaftpflicht?

Für welche Schäden kommt die Diensthaftpflicht auf? – Die Diensthaftpflicht schützt Sie, wenn Geschädigte Schadenersatz­forderungen direkt an Sie stellen oder aber, wenn Ihr Dienstherr Sie in Regress nimmt. Sie sichern mit der Police also Ihr dienstliches Haftungs­risiko ab.

Personen- und Sachschäden können ohne Versicherungsschutz schnell zum finanziellen Ruin führen. Sie werden bei der Diensthaftpflicht daher meist mindestens im ein­stelligen Millionen­bereich ver­sichert.

Personen, die zum Beispiel beruflich Auskünfte erteilen, fremde Interessen verwalten u. , benötigen darüber hinaus eine Vermögensschäden-Haftpflicht­versicherung. Für Kammerberufe ist diese sogar Pflicht. Ein Beispiel: Durch Fahrlässigkeit bei der falschen Prüfung einer Steuer­erklärung können immense Vermögensschäden entstehen, gegen die Sie sich als Finanz­beamter absichern müssen.