Wer Haftet Möbel Passen Nicht Durch Tür?

Wer Haftet Möbel Passen Nicht Durch Tür
Der Möbelkauf ist teuer und langwierig. Eine Prüfung des Kaufvertrags lohnt sich. Denn oft benachteiligen einzelne Klauseln die Kunden. Worauf Kunden achten müssen – und wo Fallstricke lauern. In der Rubrik “Der Streitfall des Tages” analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres. Der Fall Immer wieder kommt es zu Streitigkeiten beim Transport von Schränken oder Betten. Das Möbelhaus Gamerdinger aus Baden-Württemberg hatte in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zum Möbelkauf eine Klausel verwendet, in der der Kunde die Verantwortung dafür übernimmt, dass die Möbel durch Treppenhaus und Wohnungstüre passen.

  • Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte diese Klausel vor dem Oberlandesgericht Stuttgart angefochten;
  • Sie sah darin eine unangemessene Benachteiligung der Kunden;
  • Denn der weiß nicht, wie das Möbelstück zerlegt ist und kann als Laie nicht beurteilen, ob es durch den Hausflur passt;

Die Richter gaben der Verbraucherzentrale Recht (Oberlandesgericht Stuttgart, Aktenzeichen 2 U 7/10). Das Unternehmen darf in Kaufverträgen über Möbel keine Klauseln verwenden, die das Transportrisiko bei der Lieferung auf den Kunden abwälzen. Die Relevanz Top-Jobs des Tages Jetzt die besten Jobs finden und per E-Mail benachrichtigt werden.

Der Fall aus Baden-Württemberg ist kein Einzelfall. “Diese Klausel benachteiligte Verbraucher, da mit ihr etwa Anlieferungsschäden am Möbel auf die Kunden abgewälzt werden könnten”, sagt Dunja Richter, Juristin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Ist die Lieferung Teil des Kaufvertrages, haftet das Möbelhaus generell auch für den Transport. “Für den Transport ohne Schäden am Möbel ist bei Anlieferung das Möbelhaus verantwortlich. Verpackungsmaße und Zerlegbarkeit sind dem Verbraucher unbekannt. Die Verantwortung bleibt daher beim Möbelhaus “, so die Juristin.

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Kann man Möbel zurückgeben?

14-tägiges Widerrufsrecht beim Onlinekauf gilt auch für Möbel. Wie bei allen Waren, die man online bestellt, gilt auch bei Möbeln das 14-tägige Widerrufsrecht. Das bedeutet: Spätestens am vierzehnten Tag nach Erhalt sollte die Ware zurückgesendet werden. Und das gilt auch für Möbelstücke.

Wie transportiere ich einen schweren Schrank?

Kann man Möbel reklamieren?

Diese gesetzlichen Gewährleistungsansprüche haben Käufer:innen von Möbeln. Das Wichtigste in Kürze:

  • Haben gelieferte Möbel Macken, fordern Sie den Verkäufer auf, das mangelhafte Möbelstück kostenlos zu reparieren (Nachbesserung) oder gegen ein mangelfreies Neues auszutauschen (Nachlieferung).
  • Der Verkäufer ist verpflichtet, diese Nacherfüllung kostenlos durchzuführen und alle dazu erforderlichen Aufwendungen zu tragen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten.
  • Hat sich der Händler vergeblich bemüht, die Mängel abzustellen, können Sie auf Ihre weiteren Rechte, wie Preisminderung oder – bei einem erheblichen Mangel – Rücktritt vom Vertrag, zurückgreifen.
  • Im Fall des Rücktritts kann der Händler eine Nutzungsentschädigung für die Zeit verlangen, in der Sie die Möbel vertragsgemäß nutzen konnten.

On Liefert der Möbelhändler Ihnen einen Schrank, dessen Türen sich nicht öffnen lassen, oder einen Stuhl mit nur drei Beinen oder weist der Bezug des gelieferten Sofas im Vergleich zum Ausstellungsstück erhebliche Farbunterschiede auf oder ist es an einigen Stellen aufgerissen, so eignen sich diese Möbel nicht zur vertraglich vorausgesetzten oder gewöhnlichen Verwendung. Sie sind fehlerhaft und weisen im juristischen Sinne einen “Sachmangel” auf. Gegenüber dem Händler haben Sie dann gesetzliche Gewährleistungsansprüche. Dabei haben Sie nach dem Willen des Gesetzgebers folgende Möglichkeiten:.